Stanislaw Tillich appelliert an Vertriebene

Ministerpräsident Tillich hielt Festrede beim Tag der Heimat
Vertriebene – Erfahrungen in den Dienst unserer Gesellschaft stellen

Der Bund der Vertriebenen (BdV) beging letzten Samstag (27. August) im Internationalen Congress Centrum (ICC) zu Berlin den „Tag der Heimat“. Unter dem Leitspruch „Wahrheit und Dialog – Schlüssel zur Verständigung“ wird an die Vertreibung der Deutschen aus Süd,- Ost- und Mitteleuropa gedacht. Ministerpräsident Stanislaw Tillich hielt zu diesem Anlass die Festrede und erinnert an das schwere Los der Vertriebenen im geteilten Deutschland.

CDU-Landesvorsitzender Stanislaw Tillich, Ministerpräsident

CDU-Landesvorsitzender Stanislaw Tillich, Ministerpräsident

Berlin. „Den Vertriebenen wurde das Menschenrecht auf Heimat genommen,“ sagt Tillich in seiner Ansprache. Die Tragödie, die sich für Millionen Deutsche abspielte, sei für unsere heutige Generation unvorstellbar.

Der Ministerpräsident unterstreicht in seiner Rede, dass die Vertriebenen im Westen und Osten Deutschlands ein unterschiedliches Schicksal gehabt hätten. „Über 40 Jahre war es den Vertriebenen in der DDR nicht möglich, in der Öffentlichkeit über ihr Schicksal zu sprechen. Aus politisch-ideologischen Gründen wurden sie verharmlosend „Umsiedler“ genannt.“

In der Bundesrepublik Deutschland hätten sie dagegen die Möglichkeit gehabt, sich frei zu entfalten und sich „Gedanken darüber zu machen, wie die Spirale von Gewalt und Gegengewalt, von Hass und Feindschaft unter den Völkern durchbrochen werden kann.

Die Charta der Heimatvertriebenen ist das deutlichste Zeichen für friedliche Zusammenarbeit und Aussöhnung der Völker,“ erklärt der Ministerpräsident. Er erinnert in seiner Rede an die großen Verdienste der Vertriebenen um ein „friedliches, freies und demokratisches Europa“.

In seiner Festansprache betont Tillich vor allem die gute Zusammenarbeit Sachsens mit Polen und Tschechien: „Der Freistaat hat eine lange gemeinsame Geschichte mit seinen beiden Nachbarn. Die Grenze im Dreiländereck trennt schon lange nicht mehr, sie eint.“

„Dazu gehört, dass mehr und mehr vorurteilsfrei und offen auch über die schwierigsten Zeiten der gemeinsamen Geschichte gesprochen wird. Die Arbeit des BdV hat mit dazu beigetragen, dass immer mehr und mehr Tabus fallen“, sagt Tillich weiter.

Der Ministerpräsident appelliert zum Schluss seiner Rede an die Vertriebenen heute – mehr denn je – die eigenen Erfahrungen in den Dienst unserer Gesellschaft zu stellen.

Hintergrund:

Der „Tag der Heimat“ ist ein jährlich stattfindender Gedenktag des Bundes der Vertriebenen (BdV). Der BdV ist der Dachverband der deutschen Vertriebenenverbände und vertritt die Interessen aller von Flucht, Vertreibung und Umsiedlung betroffenen Deutschen. Seine Präsidentin ist seit 1998 Erika Steinbach (MdB).

Weitere Informationen zum „Tag der Heimat 2011“ finden Sie unter http://www.bdvbund.de/.

Quelle: Medienservice


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