Frank Kupfer: Sächsische Landwirte als Energiewirte gerüstet

Landwirtschaftsminister Frank Kupfer (CDU): „Weichen für Biogasnutzung stellen!“

Dresden. Sachsens Landwirte mussten im vergangenen Jahr einen deutlichen Rückgang ihrer Einkommen verkraften. Das geht aus den gestrigen vorgelegten Agrardaten 2010 hervor. Danach sank 2010 im Durchschnitt aller Betriebsformen das Einkommen der Unternehmen auf rund 23.700 Euro pro Arbeitskraft. Das sind fast 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Obwohl der Berufsstand deutliche Einbußen hinnehmen musste, konnte er diese durch Steigerungen der Erträge und optimale Vermarktung zumindest teilweise auffangen.

MdL Frank Kupfer, Sachsens Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft

MdL Frank Kupfer, Sachsens Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft

„Die Landwirte haben damit wieder einmal deutlich gezeigt, dass sie ihr Geschäft verstehen und sich auch auf schwierige Situationen einstellen können“, so Minister Kupfer anlässlich des diesjährigen Erntestarts. Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe in Sachsen liegt bei rund 6.300, von denen 5.600 Fördermittel erhalten. Die Betriebe bewirtschaften eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von 913.000 Hektar.

„Die Zeiten, in denen die landwirtschaftlichen Erzeugnisse ausschließlich als Nahrungs- oder Futtermittel dienten, sind lange vorbei“, so der Minister weiter.

„Unsere Landwirte haben die Zeichen der Zeit erkannt und stehen als Partner für den angestrebten Energiemix bereit“.

Mit nachwachsenden Rohstoffen wie Raps, Faserpflanzen oder auch Holz habe sich die Landwirtschaft zusätzliche Einkommensquellen gesucht. Sie leiste damit gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

„Vor der aktuellen Entwicklung beim Ausstieg aus der Kernenergie wird der Landwirt auch zum Energiewirt. Biogasanlagen neben Kuh- und Schweineställen, Windräder mitten im Getreidefeld oder auch Solaranlagen auf Scheunendächern sind mittlerweile allgegenwärtig“.

Kupfer forderte, die Interessen der Landwirte auch bei der Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zu berücksichtigen. Sachsen habe im Rahmen der Beratungen zum EEG Vorschläge eingebracht, die insbesondere kleinere Biogasanlagen mit einer Leistung von bis zu 150 Kilowatt sowie güllebasierte Biogasanlagen stützen.

„Wegen der bezogen auf die installierte Leistung höheren Investitionskosten muss auch die Vergütung für den erzeugten Strom aus solchen Anlagen höher sein. Nur so schaffen wir die nötigen Anreize, solche Anlagen zu errichten“, so der Minister.

„Kleine Biogasanlagen führen zu kurzen Transportwegen So lassen sich übermäßige Gülle- oder Biomassetransporte vermeiden. Außerdem sind solche Anlagen die Alternative in der aktuellen Tank-Teller-Diskussion, weil sie Nebenprodukte verbrennen. Die landwirtschaftlichen Flächen können so der Produktion von Lebensmitteln erhalten bleiben“.

Für die Ernte 2011 müssen sich die Landwirte in Sachsen auf eher unterdurchschnittliche Erträge einstellen. „Entscheidend für den geschäftlichen Erfolg ist aber nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität“, so der Minister.

„Ich hoffe, dass es unseren Landwirten gelingt, die durch eine unbefriedigende Ernte entstehenden Verluste über eine geschickte Vermarktung zumindest zum Teil auszugleichen“.

Quelle: Medienservice