Sachsen: Bundespräsident Wulff im Landtag Dresden zu Gast

Dresden. Zur Begrüßung des Staatsoberhauptes im Sächsischen Landtag machte Landtagspräsidenten Dr. Matthias Rößler (CDU) aus seiner Freude keinen Hehl. Durfte er doch der erste Landtagspräsident sein, der Bundespräsident Christian Wulff und seine Frau in einem deutschen Länderparlament begrüßte.

Auszüge aus der Rede von Bundespräsident Christian Wulff

Dankbar bin ich Ihnen, dass Sie mich im Sächsischen Landtag empfangen. Mit seinem gelungenen Ensemble aus saniertem Altbau und lichtem Neubau symbolisiert Ihr Landtagsgebäude hier in Dresden durch Transparenz und Offenheit eindrucksvoll unsere freiheitliche Demokratie. Die Landtage sind das Herzstück unserer bundesdeutschen repräsentativen Demokratie.

Sie als Abgeordnete des Sächsischen Landtags leisten mit Ihrer täglichen und oft schwierigen Arbeit einen unverzichtbaren Beitrag zum Funktionieren unserer Demokratie. Ich war 16 Jahre Landtagsabgeordneter und weiß daher, wie viel jeder und jede einzelne von Ihnen leistet.

Zu seinem ersten Besuch als Bundespräsident in den Ländern, weilt Christian Wulff heute im Freistaat Sachsen. Foto: Patrick Schreiber, MdL

Zu seinem ersten Besuch als Bundespräsident in den Ländern, weilt Christian Wulff heute im Freistaat Sachsen. Foto: Patrick Schreiber, MdL

Am 3. Oktober werden wir auf 20 Jahre Deutsche Einheit zurückblicken können. Sie können stolz sein auf die tragende Rolle, welche die Bürgerinnen und Bürger aus Sachsen im Zuge der Friedlichen Revolution 1989 gespielt haben. Die Montagsdemonstrationen, die ein ganz wesentlicher Bestandteil der Friedlichen Revolution waren, hatten ihren Ausgangspunkt in Sachsen – in Plauen, Leipzig und Dresden.

Seit der Wiedervereinigung haben Sie hier in Sachsen unglaublich viel erreicht. Sachsen hat sich in den vergangenen 20 Jahren zu einem sehr selbstbewussten Bundesland entwickelt, das sich seiner Traditionen bewusst ist und diese auch pflegt. Die Ihnen eigene Mischung aus Wettbewerbsgeist, Leistungsfähigkeit und Sinn für die Gemeinschaft hat dem Land durch die Jahrhunderte zur Blüte verholfen, und damit gelingt auch jetzt der beeindruckende Wiederaufstieg. Der Aufbau des Landes ist weit vorangekommen.

Ideen und Produkte aus Sachsen haben weltweit einen ausgezeichneten Ruf. Uhren aus Glashütte und Porzellan aus Meißen sind weltbekannt. Sachsen ist es gelungen, an seine lange Tradition als Industrie- und Technologiestandort anzuknüpfen. Es haben sich starke industrielle Kerne gebildet. In der Mikroelektronik sowie dem Maschinen- und Automobilbau steht Sachsen sehr gut da.

Außerdem ist der Freistaat heute der mit Abstand wichtigste Standort für Forschung und Entwicklung in den neuen Bundesländern. Sie sind auf einem guten Weg, aber Sie wissen selbst am besten, welche großen Aufgaben vor Ihnen liegen.

Sachsen ist aber nicht nur durch sein stark verankertes freies Unternehmertum und seine Leuchtturmprojekte im Hochtechnologiebereich zu einem der wirtschaftlich dynamischsten Bundesländer geworden. Maßgeblich dazu beigetragen hat auch die Konzentration auf Bildung und Forschung.

Seit der Wiedervereinigung hat der Freistaat Sachsen neben der Finanzpolitik vor allem in der Bildungspolitik Profil gewonnen. Deshalb liegt ein Schwerpunkt meines heutigen Besuchsprogramms auch auf dem Thema “Bildung”.

Für alle Antrittsbesuche in den Ländern habe ich mir vorgenommen, nicht allein die Sehenswürdigkeiten und Leuchtturmprojekte zu besuchen, sondern gerade die jeweiligen Sorgen der Länder und ihrer Bürgerinnen und Bürger kennen zu lernen. Als Bundespräsident möchte ich Orientierung in wichtigen Fragen geben, Anliegen von Bürgern Ausdruck verleihen und auch Kritik von Bürgern eine Stimme geben. Deshalb lege ich Wert darauf, auch heute mit Bürgerinnen und Bürgern aus allen Teilen Sachsens zusammenzutreffen.

Ich freue mich, heute bei Ihnen in Sachsen zu sein, und wünsche dem Freistaat Sachsen und allen Bürgerinnen und Bürgern eine gute Zukunft.

Im Anschluss steht Bundespräsident Christian Wulff im Gespräch mit den Abgeordneten und wird später mit seiner Frau u.a. das Albertinum besuchen. (nk)

Quelle: Sächsischer Landtag