Medizinstudium – Numerus Clausus wegen Ärztemangel kippen
16. Juni 2010 Meldungen
Koalition will Vergabe von Medizin-Studienplätzen ändern
Um dem Rückgang der Hausärzte und dem Mangel an Allgemeinmedizinern im ländlichen Raum entgegenzuwirken, soll die Vergabe von Medizin-Studienplätzen geändert werden. “Wir wollen die zentrale Vergabe von Studienplätzen in der Medizin abschaffen”, so das erklärte Ziel der Koalitionäre.
Das überwiegend über die Abiturnote geprägte Auswahlverfahren ist in Frage zu stellen“, fordert Prof. Dr. Günther Schneider, wissenschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Einem entsprechend gestelltem Antrag von CDU und FDP wurde gestern (16.06.) im Landtag mit großer Mehrheit zugestimmt.
Schneider verwies dabei auf eine deutschlandweite Befragung von Medizinstudenten durch die Ruhr-Universität Bochum, wonach über 20 Prozent der Studenten eine Niederlassung als Arzt ausschließen und 38 Prozent sich eine patientenferne Tätigkeit vorstellen können.
Derzeit ergreifen am Ende des Studiums etwa ein Fünftel der Absolventen keinen ärztlichen Beruf.

Karin Strempel MdL, Meißen
„Die Allgemeinmedizin muss stärker in den Fokus der medizinischen Ausbildung. Die Studieninhalte müssen sich stärker am individuellen Patienten, an den Bedürfnissen der Bevölkerung und an dem Profil des Hausarztes orientieren.
Es gelingt nur eine ausgewogene Facharztausbildung zu sichern und den Facharzt für Allgemeinmedizin wieder attraktiver zu machen, wenn in den Fakultäten diese Facharztausbildung ihre feste Implementierung findet“, fordert Karin Strempel, gesundheitspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion.
Quelle: CDU-Fraktion des Sächsischen Landtag
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