Feist: Deutschland braucht eine Stipendienkultur
10. Juni 2010 Standpunkt
Feist: Deutschland braucht eine Stipendienkultur
Anlässlich einer öffentlichen Expertenanhörung im Bildungsausschusses des Deutschen Bundestages zum „Nationalen Stipendienprogramm-Gesetz“ erklärt der Leipziger Bundestagsabgeordnete Dr. Thomas Feist:
Eine Stipendienkultur unter Einbeziehung der Alumni zu entwickeln ist für die sächsischen Hochschulen eine große Chance.
Gerade kleinere Hochschulen in strukturschwachen Gebieten können vermeintliche Nachteile durch eine bessere Identifikation der Studierenden kompensieren. Hier spielen zukünftig, neben der Qualität von Forschung und Lehre, die sogenannten „weichen Standortfaktoren“ eine wichtige Rolle.
Um es deutlich zu sagen: Es geht unter dem Leitbegriff der Stipendienkultur in erster Linie eben nicht um eine Partnerschaft zu finanzkräftigen Unternehmen, sondern um die Gewinnung von Alumni, die sich für Studierende einsetzen. Der Aufbau einer solchen Alumniarbeit, einem Netzwerk der Ehemaligen, bietet nicht nur viele Vorteile, er ist zugleich Ausdruck der Wertschätzung seitens der Hochschulen für die Studierenden.
Konkurrenz im Bereich der Hochschulen oder auch in Bezug auf die Studierenden ist kein Irrweg. Gleichmacherei zerstört geradezu jede persönliche Motivation zu besseren Studienleistungen. Auch im Hinblick auf die Hochschulen kann es nicht das Ziel sein, Unterschiede einzuebnen und dem Mittelmaß das Wort zu reden.
Von den Unterstützern des NaStipG wird zu Recht hervorgehoben, dass bisher nur ein Bruchteil aller Stiftungs- und Stipendienmittel für den Bereich der Bildung verzeichnet werden kann. Hier schafft das Gesetz die Voraussetzung für eine wirkliche Stipendienkultur in Deutschland.
Und, Achtung: Drei Viertel der bisher bei Stipendienprogrammen eingeworbenen Mittel kommen von Privatpersonen, die noch nie vorher im Bildungsbereich gespendet haben. Hier zeigt sich das gesellschaftliche Potential hinter dem geplanten Stipendienprogramm.
Es zeigt sich, dass begabungsgeleitete Förderprogramme gerade auch denjenigen zu Gute kommen, die keine dezidiert vorgezeichnete Bildungsbiographie vorzuweisen haben. Hier kann das Nationale Stipendienprogramm ein wichtiger Baustein sein.
Quelle: MdB Dr. Thomas Feist
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