Debatte um mehr „C‟ bei der Union ist schon längst da
14. Januar 2010 Standpunkt
Interview mit Dr. Thomas Feist MdB um mehr „C‟ im Profil der CDU
Leipzig. „In einer Vielzahl von thematischen Veranstaltungen – auch in Sachsen – wurde und wird darüber diskutiert, wie lebendiger Glaube in einer säkularen Gesellschaft das christliche Wertefundament vermitteln kann, die für alle ein Leben in Freiheit und in Würde ermöglichen.
Dabei hat sich der Evangelische Arbeitskreis (EAK) schon immer klar von theologischen Positionen abgegrenzt, die kritiklos dem Zeitgeist hinterherliefen und so für einen „Linksruck‟ in der evangelischen Kirchen gesorgt haben.
Das konservative, Traditionen- und Wertebewusste Profil der CDU ist aber nicht zuletzt durch die Arbeit des EAK erhalten geblieben‟, erklärt der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Thomas Feist aus Leipzig im Interview.
Feist ist Mitglied im Landesvorstand des EAK und hält eine öffentliche Debatte um mehr „C‟ im CDU-Profil trotzdem für unumgänglich.
Hintergrund: Während sich die Berliner Parteispitze um das Bundestagswahlergebnis und um das „Für & Wider‟ einer öffentlichen „CDU-Profil-Debatte‟ in Schweigen hüllt, wird bereits seit Beginn des Bundestagswahlkampfes an den CDU-Stammtischen heftig darüber diskutiert.
Mehr Profil wagen!
Frischer Wind kam in die Diskussion durch einen Gastbeitrag vom Vorsitzenden der Sächsischen CDU-Landtagsfraktion Steffen Flath (wir berichteten) und seinen Kollegen aus Brandenburg, Hessen und Thüringen in der FAZ vom letzten Sonntag.
Gleichzeitg räumt er aber den Autoren ein: „hier wurde nur ausgesprochen, was viele CDU-Mitglieder und CDU-Wähler denken‟.
Dies in eine Kritik am Führungsstil von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu verpacken, hält Feist dagegen für den falschen Weg.
„Somit ist die vom sächsischen CDU-Fraktionschef Steffen Flath im Deutschlandfunk-Interview vom 12. Januar 2010 geäußerte Feststellung, dass man verstärkt die konservativen Stammwähler ansprechen muss, vor allem eine Kritik an den Wahlkampfstrategen in der Parteiführung, die Wahlen bisher als Bestätigung von Gewohnheiten angesehen haben.
Dies trifft nun allerdings gerade nicht auf Merkel zu macht Feist deutlich. „Sie hat in verständlicher Weise, und stets mit dem Hinweis auf ihre christlichen Überzeugungen für die Menschen im zwangssäkularisierten Osten Deutschlands, die richtigen Worte gefunden. Nun heißt es für die ehemaligen Hochburgen der CDU, nachzuziehen und die Menschen auch mit politisch-konservativen Themen zu erreichen‟, empfiehlt Feist.
So lautet dann sein Fazit auch: „Vor allem bedeutet dies aber, dass das Selbstverständliche von gestern und vorgestern auf den Prüfstand zu stellen ist und es jetzt gilt, den innerparteilichen Diskussionsprozess neu anzustoßen‟.
Seit der Bundestagswahl wird an den CDU-Stammtischen heftig darüber diskutiert!
Das Wahlen auch heute mit konservativen Haltungen und Werteorientierten Politikansätzen zu gewinnen sind, konnte Feist in seinem Wahlkreis überzeugend unter Beweis stellen. Als politischer Newcomer hat er nicht nur bisherige Wählerschichten halten, sondern auch neue Wähler hinzugewinnen können.
Insofern begrüßt Feist dann auch die Gründung des Arbeitskreises Engagierter Katholiken in CDU und CSU (AEK) im vergangenen November: „Reichlich fünfzig Jahre nach der Gründung des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) haben die katholischen Politiker erkannt, dass es Not tut, sich intensiver und stärker als bisher um das „C‟ im Parteinamen zu kümmern. Dieser Schritt ist aus meiner Sicht zwar längst überfällig, kommt jedoch noch zur rechten Zeit.
Es geht darum, das Profil der CDU zu schärfen – im Besonderen im Hinblick auf das unserer Partei zu Grunde liegende Menschenbildnis.
Diesem Bestreben verhilft die Gründung des AEK zu neuem Gewicht. Ich freue mich bereits auf die gemeinsame Zusammenarbeit mit Vertretern dieses neuen Arbeitskreises auf allen Ebenen des politischen Lebens‟, so Feist abschließend. (nk)
Thomas Feist ist seit September 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages. Der promovierte Leipziger Kulturreferent ist ordentliches Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung sowie stellvertretendes Mitglied im Auswärtiger Ausschuss und im Petitionsausschuss. Mehr zu Dr. Thomas Feist, hier klicken.
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