Mackenroth: Hochschulpolitik ist Zukunftspolitik
14. Dezember 2009 Meldungen
Dresden. “Die Hochschulen in Sachsen sind leistungsstark und modern”, lautet eine der Kernaussagen vom CDU-Hochulexperten Geert Mackenroth, ohne beschönigend zu wirken.Hintergrund: Eine Debatte auf Antrag der Regierungskoalition zum Thema: “Hochschulstandort Sachsen stärken: Schlussfolgerungen aus dem Bologna-Prozess ziehen”, vergangene Woche im Sächsischen Landtag.
“Wir haben attraktive Lehr- und Forschungsmöglichkeiten für Studenten und Wissenschaftler, wollen aber noch mehr. Denn auch in diesem Bereich gilt: Sachsen bietet mehr als andere”, umreißt der Hochschulpolitische Sprecher der CDU-Fraktion die Situation und legt gleichzeitig die Messlatte hoch.
Mit Hinweis auf die finanzielle Gesamtentwicklung im Freistaat, empfiehlt Mackenroth sich auf Schwerpunkte zu konzentrieren: “Wir müssen Hochschulen weiter profilieren sowie die Fakultäten und Institute durch Forschungsschwerpunkte mit nationalem und internationalem Renomee stärken”.
Durch den Bologna-Prozess soll ein gemeinsamer europäischer Hochschulraum entstehen. Seine Ziele: Berufsbefähigung, lebenslanges Lernen, Mobilität und die globale Attraktivität der Hochschulen stärken, so definiert der Stifterverband der Deutschen Wissenschaft den Bologna-Prozess. Der Stifterverband nimmt dazu mehrmals jährlich den Stand von Lehre und Forschung im föderalen Vergleich unter die Lupe.
“Der Ländercheck attestiert dem Freistaat für die notwendige Umstellung sehr gute Rahmenbedingungen”, berichtet Mackenroth. “Meines Erachtens gilt es jetzt, diese Qualität in die neuen Studiengänge zu übertragen”, rät der Hochschulexperte.
Beim Praxisbezug im Studium sowie bei der Mobilität der Studierenden ist der Freistaat Sachsen mit in der Spitzengruppe des aktuellen Ländercheckzu finden. Dagegen läuft es bei der Durchführung im Verantwortungsbereich der Hochschulen nicht so rund.
Bei den im Ländercheck auftretenden Defiziten in der Umstellung der Studiengänge, empfiehlt Mackenroth den Hochschulen deswegen “nachzusteuern”. Die Kultusministerkonferenz (KMK) sieht das im Übrigen ähnlich.
Wichtigstes Instrument beim Bologna-Prozess ist die Einführung der gestuften Studiengänge mit den neuen Abschlüssen Bachelor und Master. Und hier türmen sich justament auch die kritischen Punkte.
“Die Vielzahl der Studienfächer ist überfrachtet, die Aufteilung der gesamten Abschlussdauer ist teilweise zu unflexibel, es gibt Defizite im Anerkenntnis von den Studienleistungen unter den Hochschulen, das Studium ist zu verschult, zu eng, es gibt zu viele Prüfungen”, legt Mackenroth den Finger in die Wunde und zeigt Verständnis für die Studentenproteste. Gleichzeitig warnt Mackenroth aber vor überzogenen “Aktionismus”. Zur weiteren Information gibt es bereits Gesprächstermine mit Studentenvertretern.
Gedanken der Opposition zur Festschreibung von Hochschulregelungen per Gesetz, verpaßt Mackenroth eine Abfuhr. “Das wäre das Ende der Hochschulautonomie, für die wir uns eindeutig aussprechen. Wir bekennen uns auch zur Subsidarität des Gesetzgebers im Hochschulbereich”, versichert Mackenroth.
Auch dem Ruf der Opposition nach mehr Geld gibt Mackenroth eine klare Absage. “Es kommt darauf an, wie intelligent wir den Mitteleinsatz steuern und wie intelligent wir die Dinge ins Werk setzen”, hält Mackenroth dagegen. Als Beispiel führte Mackenroth den Pisa-Vergleich an, bei dem der Freistaat inhaltlich Platz 1 belegte, aber nach der Höhe der Finanzmittel bewertet, mit Platz 14 im Ranking abschnitt. (nk)
weiterführende Informationen
Der aktuelle Ländercheck
Hier gibt es mehr über Geert Mackenroth.
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