Stanislaw Tillich: Solidarität ist unser Fundament
29. August 2009 Standpunkt, Wahlen

Stanislaw Tillich: ´Ich will den Erfolgsweg für Sachsen und seine Menschen fortführen - das ist mein Antrieb.´
Wie Sachsen aus der Krise kommt — worauf es wirklich ankommt
Interview mit Stanislaw Tillich im Sachsen:Brief
Frage, Redaktion Sachsen:Brief: Am 30. August finden in Sachsen zum fünften Mal nach der Wende 1989/1990 Landtagswahlen statt. Sie wollen erneut Ministerpräsident werden. Warum?
Antwort, Stanislaw Tillich: Mir liegt mein Land am Herzen. Ich möchte es mitgestalten – für die Menschen, die hier leben. Ich trete für eine redliche Politik ein. Die Bürger Sachsens können mir vertrauen. Das ist besonders in Krisenzeiten wichtig. Ich möchte Politik für heute und morgen machen. Ich muss gegenüber meiner Frau und meiner Mutter genauso mit meiner Arbeit bestehen können, wie gegenüber meinen Kindern und deren Kindern und natürlich den Wählern.
“Solidarität ist und bleibt das Fundament unserer Gesellschaft. Es ist unsere Pflicht, denen zu helfen, die aus eigener Kraft nicht mehr zurechtkommen. Deswegen lege ich großen Wert darauf, dass wir zu unserer älteren Generation solidarisch sind.” ~Stanislaw Tillich
Sachsen:Brief: Was wollen Sie in den kommenden Jahren für Sachsen erreichen?
Stanislaw Tillich: Das aktuell wichtigste Ziel haben wir hoffentlich bald erreicht: Sachsen gut wie die Krise zu führen, um am Tag eins des neuen Aufschwungs voll durchstarten zu können. Viele Unternehmen stellen sich gerade neu auf. Das ist ein guter Boden, auf dem der sächsische Mittelstand nach der schweren Krise an alte Erfolge anknüpfen und weiter wachsen kann. Dann werde noch mehr Menschen eine Anstellung oder einen Ausbildungsplatz in der Heimat finden. Sichere Arbeitsplätze schaffen sozialen Wohlstand.
Sachsen:Brief: In welchem Bereich steckt Sachsens größtes Zukunftspotenzial?
Stanislaw Tillich: Die Sachsen sind ehrgeizig. Ich möchte es gemeinsam mit ihnen schaffen, dass unser Land zu den innovativsten Regionen Europas gehört. Vor den Weltkriegen war Sachsen ein industrielles Kernland unseres Kontinents, daran knüpft christdemokratische Politik seit 1990 erfolgreich an. Ich bin überzeugt, dass wir nur durch industrielle Fortschritte unseren Wohlstand erhalten können. Nur wenn sächsische Produkte auf dem Weltmarkt bestehen, weil sie besser sind als andere Produkte, verdienen wir das Geld, das wir für unsere sozialen Aufgaben, für die kulturelle Vielfalt und die Investitionen in Bildung brauchen.

Stanislaw Tillich: Hochkonzentriert und konstruktiv in wichtigen Fragen für die Zukunft Sachsens. (Foto: Sächsische Union)
Sachsen:Brief: Sachsen kann nur besser sein, wenn die sächsischen Köpfe “heller” sind. Welche Rolle spielt Bildung in ihrer Politik?
Stanislaw Tillich: In Sachsen soll jeder die Chance haben, sein Leben nach seinen Wünschen zu gestalten. Deswegen ist es mir wichtig, dass alle jungen Sachsen eine gute Bildung für ihren Lebensweg bekommen. Vom Vorschuljahr bis zum Master ist Bildung in Sachsen gebührenfrei. Das macht unser Bildungssystem noch mehr zu einem sozial gerechten Angebot für alle Sachsen. Nach dem Besuch der Mittelschule und der Dualen Ausbildung, die für uns die Praxiselite ausbilden, haben sächsische Fachkräfte ein gutes Wissensfundament. Das ist Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben.
“Der gesunde Patriotismus und die Heimatliebe der Sachsen gehört zu unseren Stärken. Sie sind der Motor, dass sich die Menschen für ihr Land engagieren und ihre Verantwortung wahrnehmen.” ~Stanislaw Tillich
Sachsen:Brief: Sie sind der erste hier geborene und aufgewachsene Sachse im Amt des Ministerpräsidenten. Was macht in Ihren Augen Ihre Heimat aus?
Stanislaw Tillich: Sachsen ist ein Land voller Traditionen, mit einer reichhaltigen Geschichte und Kultur sowie einer wunderbar vielfältigen Landschaft. Ich wünsche mir, dass es für uns alle zum Selbstverständnis wird, sich zur Heimat zu bekennen und sie zu pflegen. Der gesunde Patriotismus und die Heimatliebe der Sachsen gehört zu unseren Stärken. Sie sind der Motor, dass sich die Menschen für ihr Land engagieren und ihre Verantwortung wahrnehmen, dass wir in einer sozialgerechten und friedlichen Gesellschaft leben. Wer sich seiner Wurzeln sicher ist, der ist weltoffen und auch bereit für Neues. Auch das sind Eigenschaften der Sachsen, die ich durch meine Arbeit erhalten und rechtfertigen will.
Sachsen:Brief: Wie wichtig ist ihnen der Begriff “Solidarität” und was bedeutet er in Ihrer Politik?
Stanislaw Tillich: Solidarität ist und bleibt das Fundament unserer Gesellschaft. Es ist unsere Pflicht, denen zu helfen, die aus eigener Kraft nicht mehr zurechtkommen. Deswegen lege ich großen Wert darauf, dass wir zu unserer älteren Generation solidarisch sind. Schließlich haben wir ihnen sehr viel zu verdanken. Von der Solidarität sollen aber auch die Kinder profitieren. Mit großem Engagement nehmen die Kindergärten in Sachsen die Aufgabe einer Bildungseinrichtung war und tragen so dazu bei, Kinder aus benachteiligten Kreisen zu fördern.
Sachsen:Brief: Was bedeutet konkret die Solidarität zur älteren Generation?
Stanislaw Tillich: Natürlich, dass sich die Senioren auf ihre Rente verlassen können. Es ist aber viel mehr als eine finanzielle Angelegenheit: Wir müssen uns auch um die Betreuung unserer älteren Mitmenschen kümmern. Viele Menschen wollen nicht aus ihrer gewohnten Umgebung wegziehen. Wir werden daher mehr Angebote schaffen, die das Leben in den eigenen vier Wänden erleichtern.
—Sachsen:Brief, Sommer 2009
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