Regierungs-Experte bescheinigt Wassertourismus große Zukunft
8. August 2009 Presse
Der Bundesbeauftragte für den Tourismus in Deutschland, Ernst Hinsken, schaute sich am Mittwoch (05.08.2009) im Lausitzer Seenland um.
Der Geierswalder See bot am Mittwoch eine Kulisse wie aus dem Reiseprospekt: Die Sonne strahlte vom blauen Himmel, Boote schaukelten über den See, am Strand tummelten sich zahlreiche Badegäste. Perfektes Urlaubswetter also für den ersten Besuch des Tourismus-Beauftragten der Bundesregierung, Ernst Hinsken, im Lausitzer Seenland. Auf Einladung der Bundetagsabgeordneten Maria Michalk (CDU) war er in die Region gekommen, um sich über deren touristisches Potenzial zu informieren. Stationen seiner Seenland-Tour waren neben dem Wassersportgelände am Geierswalder See auch das kürzlich eröffnete schwimmende Haus und die Schaubaustelle am Überleiter 12 (Senftenberger – Geierswalder See). Zuvor hatte er die Stadt Pulsnitz, die Gemeinde Ralbitz und die Schaukäserei in Kotten besucht.
„Ich bin nicht der Reise-Onkel der Regierung für die ganze Welt“, stellte Ernst Hinsken klar. „Meine Aufgabe ist unter anderem, dafür zu sorgen, dass im eigenen Land optimale Bedingungen für den Tourismus geschaffen werden.“ Er trage die Probleme in der Tourismuswirtschaft an die Regierung heran und sei Ansprechpartner für Sorgen, Nöte und Probleme eines Wirtschaftszweiges, dem er ein „riesiges Wachstumspotenzial“ bescheinigte. Der Bautzener Landrat Michael Harig nutzte die Gelegenheit, beim Gast aus Bayern auf den Busch zu klopfen, machte ihn auf den „Schwachpunkt Autobahn-Anbindung“ im Seenland aufmerksam und bat um Unterstützung.

Der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung, Ernst Hinsken (3.v.l.), lässt sich am Südufer des Geierswalder Sees von LMBV-Sanierungsbereichsleiter Manfred Kolba (re.) den Stand der Dinge zum Lausitzer Seenland erläutern. Maria Michalk (MdB, li.), Frank Hirche (2.v.l.) Landrat Michael Harig (4.v.l.) und der Elsterheider Bürgermeister Dietmar Koark hören interessiert den Ausführungen zu. (Foto: eigen)
„Die Lausitz hat Zukunft, und wir müssen alles dafür tun, dass es so bleibt“, sagte Hinsken, der sich selbst als einen „Radel- und Wassersportfan“ bezeichnet. „Wenn ich so etwas wie hier sehe, dann schlägt mein Herz eine Oktave höher“, meinte er und prophezeite dem Wassertourismus großen Zuwachs.
Außerdem empfahl er, bei der touristischen Erschließung auf den demografischen Aspekt und Barrierefreiheit zu achten. „Die Bevölkerung lebt immer länger und gibt Geld für die Freizeitgestaltung aus.“ Darauf müsse eine Tourismusregion reagieren.
Besonders an den Überleitern und der Gewässervernetzung war Hinsken interessiert, nachdem ihn LMBV-Sanierungsbereichsleiter Manfred Kolba über Flutungsprozesse, Böschungssanierung und geplante Projekte informiert hatte. „Das ist eine tolle Ergänzung und sinnvolle Nutzung eines einst ausgebeuteten Landstrichs. Vor der hier erbrachten Leistung ziehe ich den Hut“, sagte der Tourismus-Experte und fügte scherzhaft hinzu: „Früher wurde mit Kohle Kohle gemacht, jetzt wird mit Wasser Kohle gemacht.“
Bevor er sich verabschiedete, ließ sich Manfred Kolba von Ernst Hinsken noch das Versprechen abnehmen, die Wasserqualität des Geierswalder Sees zügig zu verbessern.
Freitag, 7. August 2009 (Sächsische Zeitung) von Anja Wallner
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